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Minister Ernst Pfister besucht Carl Stahl Akademie

Wie einst Außenminister Klaus Kinkel unbedingt einmal Dieter Hundts Allgaier-Werke von innen sehen wollte, drängte es am Mittwoch den Wirtschaftsminister des Landes, Ernst Pfister, endlich die Carl Stahl GmbH von Willy Schwenger kennenzulernen. Seit Ernst Pfister 2006 Seniorchef Willy Schwenger mit der Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet hat, kennen sich der FDP-Politiker und der 73-jährige Vollblutunternehmer persönlich. Der 73-Jährige schickt ihm regelmäßig die Kundenzeitung seiner Seil-, Hebe- und Sicherheitstechnikfirma und mehrfach saßen Minister und Unternehmer im Rahmen von Wirtschaftsdelegationen ins Ausland im Fugzeug, im Hotel oder bei Wirtschaftsgesprächen beisammen. Zuletzt waren Gerda und Willy Schwenger im April mit Pfister im Baltikum.

An einer Unternehmerreise nach Russland Ende Oktober nahm statt Schwenger sein Schwiegersohn Andreas Urbez teil, sodass der Minister mittlerweile fast die gesamte Familie kannte. „Ich hatte schon viel über die Firma gehört und gelesen und schätze Willy Schwenger als Macher sehr,“ begründete Pfister seinen zweistündigen Besuch, den er nur mit Fahrer und Assistentin Elisabeth Asmus, einer Salacherin, absolvierte.

In der Carl Stahl Academy begrüßten die fünf Geschäftsführer Willy, Gerda, Wolfgang Schwenger, Wolfgang Funk und Andreas Urbez den Gast aus Stuttgart. Prokurist Karl Häderle, langjähriger Weggefährte des Seniorchefs, skizzierte die Firmengeschichte. „1968 haben wir die erste Umsatzmillion, damals noch in D-Mark, gemacht und der Chef gab einen aus,“ so Häderle. Im selben Jahr seien erste Niederlassungen in Stuttgart und Paris hinzugekommen.

Mit Sätzen wie „eine Leistung wird erst zum Wert, wenn sie verkauft wird“ brachte Schwenger in mittlerweile vier Jahrzehnten seine Mitarbeiter zum Nach- und Mitdenken.

Was eine solche Unternehmenskultur bewirkt, erfuhr der staunende Minister von Geschäftsführer Funk, der die noch junge Medizinsparte des Draht- und Feinseilspezialisten verantwortet. Fünf Jahre lang entwickelten hausinterne Ingenieure zusammen mit Studenten der Hochschule Göppingen ein Endoskopiegerät, das mikroinvasiv innere Blutungen stillt. Heute wird das Produkt ebenso an Kliniken und niedergelassene Ärzte verkauft wie feine Drahtschlingen, mit denen Polypen abgetragen werden, oder Drahtkörbchen, mit denen Operateure Nierensteine entfernen.

„Es sind Unternehmer wie Willy Schwenger und sein Team, die die wirtschaftliche Stärke unseres Landes ausmachen,“ würdigte Pfister nach einem Rundgang, bei dem er auch mit Mitarbeitern spricht, das Gesehene. Und als ihn auf der Straße im Gewerbegebiet ein Passant erkennt, ruft der dem Minister zu: „Da sind Sie in einer guten Firma.“

Leonhard Fromm